Weitwanderung nach Tolmezzo 2011
Nach
der, fast feierlichen, Verabschiedung durch den 2.
Bürgermeister der Stadt Simbach, Max Winkler, durch den 1.
Vorsitzenden des Partnerschaftsvereins, Dr. Bernhard
Großwieser und durch den 1. Vorsitzenden der Sektion Simbach
des Deutschen Alpenvereins Martin Koppmann wurde also die
erste Etappe von den 10 Teilnehmern unter der Leitung von Hugo
Retzer am Samstag 20. August angetreten. Sozusagen als
Begleitschutz wanderte eine zahlreiche Gruppe der Tanner
Wanderfreunde bis Ranshofen mit, um Ihren zwei Teilnehmern
Glück zu wünschen. Bereits nach zwei Stunden Gehzeit wurde die
erste Blasenkontrolle durchgeführt. Allerdings ohne besondere
Wirkung, die ersten Blasen an den Füßen waren bereits
vorhanden. Fast unerträglich die hochsommerlichen
Temperaturen. Zum Abschluß der 1. Etappe machten sich doch
Anzeichen von Schwäche bemerkbar, allerdings nach dem
Eintreffen im Gasthaus Loiperdinger in Moosdorf, nach dem
Duschen und dem guten Abendessen waren die Strapazen bereits
wieder vergessen. Tags darauf ging es dann am Rande des Ibmer
Moors über Schwerting u. Lamprechtshausen nach Arnsdorf weiter
nach Oberndorf u. Laufen. Hier wurde eine Pause eingelegt um
dann am Salzachufer ab dem Kilometer 46 mit einem schier nicht
endenden Uferweg nach Freilassing zu gehen. Bei Kilometer 59
wurde dann die Abzweigung Salzburghofen erreicht um dann im
Gasthaus Rieschen, wiederum nach einem brütendheissen Tag zu
nächtigen. Die Blasen an den Füssen, ganz besonders bei den
Frauen waren nunmehr zahlreich und schmerzhaft. Der Tatendrang
unserer Damen wurde aber deswegen nicht geschmälert. Die
dritte Etappe führte wiederum entlang eines Uferwegs, aber
diesmal an der Saalach. Die Verhältnisse wie am Tag vorher,
Hitze und ein nicht endend wollender Uferweg. Endlich dann bei
Saalachau wurde dann die Saalach verlassen und überschritten
um dann durch den Auwald nach Marzoll zu wandern. Die
Mittagspause im schattigen Biergarten wurde gerne angenommen
da der Schweiß wiederum sehr zahlreich über die Stirn lief.
Weiter ging es dann über Bayrisch Gmain, Hallthurm und über
den Maximilian Reitweg nach Bischofswiesen in das komfortable
u. völlig neu renovierte Alpenhotel Brennerbascht. Nun führte
der Weg entlang der Bahnlinie bis zum Bahnhof Berchtesgaden.
Noch einmal kurze Möglichkeit zum Einkaufen, dann Richtung
Königsee nach links abzweigen um dann die ersten 500
Höhenmeter zu absovieren. Der Schweiß ist nunmehr nicht zu
bremsen. Aber die Jenner-Mittelstation lädt nochmals zu einer
kurzen Pause ein. Die letzten Meter bis zum Dr. Hugo Beck-Haus
sind nur noch Formsache. Die Rast auf der Terrasse, die
Duschmöglichkeit im Keller lassen dann die Strapazen des Tages
schnell vergessen, zudem am Abend durch eine Geburtstagsfeier
ein musikalischer Hochgenuß mitgenommen werden konnte.
Olga Berger verabschiedete sich, nach dem besten Frühstück der
ganzen Tour, da Sie nun die Heimreise antrat. Wiederum war
Hitze angesagt. Dem Arnoweg folgend geht es dann über die
Königsbachalm zur Gotzenalm. Der Aussichtspunkt Feuerpalfen
gehört zum Pflichprogramm um einen Eindruck von der
Watzmann-Ostwand zu gewinnen incl. der Aussicht nach St.
Bartholomä. Hier wurde dann eine ausgiebige Mittagsrast
eingelegt. Weiter geht es nun über den Reitweg und Hanauer
Laubwand zur Wasseralm. Das Abendessen und die Übernachtung
sind ein Erlebnis der besonderen Art. Der Gemüseeintopf
vegetarisch oder nicht vegetarisch (mit Wurst) waren als
einziges auf dem Speiseplan, die Nächtigung im Massenlager
sind sicherlich auch nicht jedermanns Sache, aber diese
Erlebnisse bleiben sicherlich in Erinnerung.
Beim Frühstück wurde nochmals beim Preis prächtig zugegriffen.
Nun folgte der Weg hinauf nach Niederbrunnsulzen. Das dies
nicht unbedingt der richtige Weg war wurde leider zu spät
bemerkt, so mußte ein Umweg von ca. 11/2 bis 2 Stunden in Kauf
genommen werden. Bei der brütenden Hitze allerdings kein
Honiglecken, aber rechtzeitig gegen 17 Uhr wurde das
Riemannhaus erreicht Der Abstieg am nächsten Tag war angenehm
da der Weg anfangs sehr schattig aber auch sehr steil ist. Die
Mittagspause in Maria Alm im schattigen Biergarten war dann
ein Genuss. Nun folgte der Aufstieg zum Hundstein bei
hochsommerlichen Temperaturen. Nur eine Erfrischung am Brunnen
einer Alm konnte kurzzeitig Erholung bringen. Dann war
wiederum schwitzen angesagt. Am Gipfel steht dann das
Statzerhaus mit herrlichem Rundblick. Die Nacht war sehr heiß
und ungemütlich. Es folgte nun der Abstieg nach Taxenbach in
der Morgensonne. Aber auf halber Strecke verdunkelte sich der
Himmel und an der Kitzlochklamm wurden wir von einem Gewitter
überrascht. Dem Hinweg nach Rauris folgten Regen, Blitz u.
Donner. Allerdings war am Abend im Gasthaus Neuwirt ein
Hoffest, was uns wiederum Musik und Volkstanz bescherte.
Der Morgen sah man nun die Ernüchterung dahingehend, dass die
Berge bis zu 1500 Meter verschneit waren. Das brachte einige
Nachdenklichkeit ob das Programm nunmehr so durchgeführt
werden konnte. Aber noch waren einige Stunden Zeit um den
Schnee wieder schmelzen zu lassen. Der Weg zum
Natrufreundehaus Neubau war kalt aber doch freundlich. Der
Steig führt nunmehr, vorbei an den alten Bergwerkstollen aus
der Goldgräberzeit (daher auch der Name Goldberggruppe) zur
Fraganter Scharte (2754m). Nach einer kurzen Pause und
reichlicher Überlegung wurde der Anstieg über die Herzog Ernst
Spitze (2933m) und das Schareck (3123m) gewagt. Es waren noch
Schneereste vorhanden aber ansonsten gut begehbar. Die
Gipfelrast brachte den Beweis, dass diese Überschreitung der
optische Höhepunkt der gesamten Tour ist. Es folgte dann der
Abstieg über den Mölltaler Gletscher bei weichem Firn. Die
Duisburger Hütte war also der nächste Stützpunkt.
Am Morgen dann der Schrecken, totaler Nebel, Sichtweite
vielleicht 20 Meter. Der Zustieg für den Sadnig-Höhenweg
beanspruchte doch eine gewisse Zeit, wurde aber letztendlich
doch gefunden. Der Nebel begleitete die Gruppe weiterhin, der
Weg führte über die Saustellscharte zum Ochsentrieb (2651m),
weiter über das Schobertörl zur Fraganter Hütte, Hier war
wieder Duschen angesagt.
Der nächste Tag sollte die Überschreitung des Hohen u. Kleinen
Sadnig bringen. Aber keine Möglichkeit, da der Nebel weiterhin
sehr dicht war. Es folgte somit der Abstieg nach Stall im
Mölltal.
Was nun folgen sollte ist der sportliche Höhepunkt der
gesamten Tour der Kreuzeck-Höhenweg. Nachdem die letzten Tage
der Nebel sehr dicht und auf einer Höhe von ca. 2500m war
wurde der Wetterbericht in den letzten Tagen eingehend
geprüft. Da die Prognosen sehr präzise und unveränderlich
waren konnte auch dieses Wagnis angegangen werden. Die ersten
zwei Stunden wurden sehr langsam angegangen. Waren immerhin am
diesen Tag 2300 Höhenmeter zu überwinden. Bis zur Mittagspause
wurden die meisten Höhenmeter überwunden. Dies war aber noch
lange nicht das Ende dieses Tagespensums. Vorbei an der
Hochalm Staller Wölla , Überschreitung von Hochkreuz (2709m)
u. Kreuzelhöhe (2624m) stundenlang bergauf u. bergab. Um noch
einmal die letzten Reserven zu mobilisieren wurde nochmals
eine Rast eingelegt. Und dann der Überblick zur Kreuzlscharte
zeigte dass der schwierigste Teil dieses Tages erledigt ist.
Die letzte halbe Stunde zur Hugo Gerbers Hütte (2347m) war
wieder leichfüssig zu bewältigen da das Ende nach fast 10
Stunden Gehzeit nahte. Welch ein Anblick wenn dann die Hütte
aus dem Nebel auftaucht. Aber waschen und reinigen stand nicht
auf dem Programm, da die Quelle versiegt war. Der Wirt
forderte einige aus unserer Gruppe auf, doch Wasser zum Kochen
zu holen. Was gar nicht einfach war da die momentale Quelle
locker 1/2 Kilometer entfernt war und auch nicht leicht zu
finden war. Aber die gute Verpflegung richtete doch wieder
einges. Kein Wasser, Trockenklosett, Deckenlager das alles
macht diese Hütte wiederum zu einem besonderen Erlebnis.
Sonnig präsentierte sich dann der folgende Tag. Überschreitung
Scharnik (2657m) stand auf dem Programm. Vorbei an einigen
Seen erfolgt der Anstieg zum Gursgen Törl, hier sind nach
einer kurzen Rast nochmals 200 Höhenmeter zu bewältigen. Die
Sicht nach Süden war gut während der Blick nach Norden zur
Glocknergruppe im Nebel lag. Der anschließende Abstieg nach
Irschen im Drautal zum Gasthaus Striemitzer war nur mehr
Formsache.
Als relativ leichte Wanderung entpuppte sich die
Überschreitung der Gailtaler Alpen. So waren ca. 1000
Höhenmeter zu überwinden, die nach den Strapazen der
vergangenen Tage keine Mühen mehr machten. Im Gasthaus
Grünwald in St. Daniel im Gailtal wurde der Tag nachgefeiert.
Aber auch das Feuerwehrfest lud zum mitfeiern auf was auch
Einzelne gerne mitnahmen.
Der vorletzte Tag sollte auch so relativ gemütlich ablaufen.
Aber zum einen war das Wetter, wie seit allen vorherigen
Touren an der italienischen Grenze (Karnische Alpen) schlecht
und der Aufstieg sollte nicht an Höhenmeter sondern an
Längenkilometern gemessen werden. Der Tag war als Tour lang
genug. So war die Quartiersuche in Paularo nach der alten
Militärkaserne etwas lästig. Aber es konnte geduscht werden.
Die Damen kalt, da das Warmwasser ausging.
Als Empfang waren 4 Personen von der Partnerstadt Tolmezzo mit
von der Partie. Angeführt von Gabriele Iannone wurde das
Abendessen zu einem besonderen Erlebnis. Köstlichkeiten aus
gesamten Region. Wein von besonderer Qualität, all dies
entschädigte die Gruppe ganz besonders und das alles zu einem
Preis von 15,- EURO;
Die letzten 17 Kilometer am Montag 5.Sept. wären locker
runtergelaufen wenn nicht wieder der lästige Regen gewesen
wäre. Aber die Ankunft in Tolmezzo im Albergo Al Benvenuto war
wiederum sehr herzlich, sind wir doch bereits bekannt da diese
Tour bekanntlich zum vierten Male durchgeführt wurde. Nach
einem Ruhetag erfolgte die Heimreise.
Ganz normal ist es also wenn man am Schluß einer solchen Tour
Danke sagt. Der Stadt Simbach für die kostenlose Überlassung
des Werbebus, gesteuert von Adi Rohrer der am Dienstag
anreiste um dann den Rest der Gruppe heimzufahren.
Der Sektion Simbach, allen voran 1. Vorsitzender Martin
Koppmann für die Kostenübernahme für das Begleitfahrzeug.
Martin steht seit Jahren dieser Tour sehr positiv gegenüber.
Gesteuert wurde das Begleitfahrzeug von Dietmat Gnaiger, der
immer uind jederzeit zur Verfügung stand und mit Ratschlägen
unf Tips nicht sparte.
Dem Partnerschaftsverein Simbach -Tolmezzo mit Ihren
Vorsitzenden Dr. Bernhard Großwieser und Dieter Taubenböck.
Sie sind immer bei der Quartierbeschaffung und sonstigen
Problemen sofort bereit zu helfen.
Auch Benilda Wetzl sollte nicht vergessen werden, die mit
Ihren herzerfrischenden Erlebnisberichten eine besondere Art
des Journalismus betrieben hat.
Die Namen aller Teilnehmer: Benilda Wetzl, Hedwig Girg, Maria
Lang, Horst Klosa, Günter Ziegleder, Stefan Ponigl, Waldemar
Schönhals, Walter Rodenheber, Josef Spielbauer
Hugo Retzer


